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Manche Objekte lassen sich nicht einfach inserieren und verkaufen. Das Dach ist marode, die Elektrik stammt aus den Siebzigern, der letzte Mieter hat vier Jahrzehnte lang nichts erneuert – oder die Erbengemeinschaft hat das Haus jahrelang leer stehen lassen. Wer in solch einer Situation steckt, hört oft denselben Rat: „Mach erst mal was dran, dann bekommst du mehr." Stimmt das? Nicht immer. Manchmal ja. Und manchmal ist genau das Gegenteil richtig.
Dieser Artikel rechnet die Entscheidung durch – bezogen auf den Markt in Ludwigsburg und dem Landkreis Ludwigsburg. Nicht als allgemeines Schema, sondern als konkreter Rechenrahmen für Eigentümer, die heute vor einer offenen Frage stehen.
Bevor die Rechnung beginnt, lohnt es sich, die Alternativen klar zu benennen:
Alle vier Wege können richtig sein. Welcher es ist, hängt von drei Faktoren ab: dem Zustand des Objekts, der Marktlage in der jeweiligen Gemeinde und Ihrer persönlichen Situation – also verfügbare Zeit, Kapital und steuerliche Rahmenbedingungen.
Eine vollständige Kernsanierung – Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Bäder, Elektrik, Böden – kostet nach aktuellen Baukostenerhebungen des BKI (Baukosteninformationszentrum) zwischen 800 und 1.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Spanne hängt von Baujahr, Substanz und gewähltem Ausstattungsgrad ab. Bei einem 120-m²-Haus bedeutet das einen Aufwand zwischen 96.000 und 180.000 Euro – vor unvorhergesehenen Schäden, Architektenhonorar und Baunebenkosten.
Einzelmaßnahmen als Richtwerte (können je nach Gewerk, Vergabe und Material erheblich abweichen):
Das ist die entscheidende Gegenfrage. Im Ludwigsburger Markt – einem der nachgefragten Teilmärkte im Großraum Stuttgart – sind sanierte Objekte teurer als unsanierte. Aber wie viel teurer?
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Ludwigsburg veröffentlicht jährlich einen Grundstücksmarktbericht mit Vergleichsdaten zu erzielten Kaufpreisen. In der Praxis liegt der Aufpreis für sanierte gegenüber vergleichbaren unsanierten Bestandsobjekten in mittleren Lagen typischerweise zwischen 15 und 30 Prozent. Im oberen Preissegment fällt der Aufschlag tendenziell geringer aus, weil Käufer dort eigene Vorstellungen einbringen wollen – und sich eine Sanierung nach fremden Maßstäben nicht bezahlen lassen.
Ein Rechenbeispiel ohne erfundene Namen oder Personen: Ein freistehendes Einfamilienhaus, 130 m² Wohnfläche, Baujahr 1968, mittlere Wohnlage in Bietigheim-Bissingen. Zustand: kein funktionierendes Heizsystem, veraltete Elektrik, Einzelverglasung, Bad nicht modernisiert.
Die Sanierung zahlt sich in diesem typischen Szenario kaum aus. Der Aufpreis am Markt reicht knapp, um die Baukosten zu decken – aber nicht, um Zeitverlust, gebundenes Kapital und Baurisiko zu kompensieren. Und das gilt, bevor die erste unvorhergesehene Kellerfeuchtigkeit oder das erste faule Gebälk entdeckt wird.
Es gibt Konstellationen, in denen Sanierung sinnvoll ist:
Entrümpeln ist kein Sanieren. Es geht darum, das Objekt zugänglich, begehbar und präsentierbar zu machen – ohne Baumaßnahmen. Im Messie-Haushalt, nach langer Leerstandszeit oder nach einem Todesfall ist das oft die erste notwendige Maßnahme.
Die Kosten für professionelles Entrümpeln liegen je nach Volumen bei 1.500 bis 8.000 Euro – ein Bruchteil der Sanierungskosten. Der direkte Effekt auf den Verkaufspreis ist begrenzt: Ein geräumtes, gereinigtes Objekt erzielt keinen anderen Grundwert als ein vollgemülltes. Aber es ermöglicht eine ordentliche Besichtigung, schafft Transparenz über den tatsächlichen Zustand und vermeidet emotionale Abschreckung bei Käufern, die technisch offen sind, aber auf den ersten Eindruck reagieren – und das tun die meisten.
Entrümpeln reicht, wenn:
Entrümpeln reicht nicht, wenn:
Im Landkreis Ludwigsburg gibt es zahlreiche Bestandsobjekte mit großen Grundstücken in attraktiven Lagen: Bietigheim-Bissingen, Marbach am Neckar, Vaihingen an der Enz, Asperg, Sachsenheim, Ditzingen. Grundstücke ab 700 m² in Innenlagen lassen oft mehr Verwertungspotenzial zu, als das bestehende Gebäude erlaubt – besonders wenn das Haus Sanierungsstau hat, das Grundstück aber erschlossen und gut zugeschnitten ist.
Grundstücksteilungen sind nicht trivial. Sie erfordern einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur, in der Regel ein Wertgutachten und die Mitwirkung der Gemeinde. Das kostet Zeit – kann den Gesamterlös aber erheblich steigern, wenn das Grundstückspotenzial bisher nicht ausgeschöpft wurde.
Der Ist-Zustand-Verkauf hat einen schlechten Ruf, den er nicht verdient. Er ist in vielen Konstellationen die wirtschaftlich klügste Entscheidung – vorausgesetzt, das Objekt wird richtig eingepreist und an die richtigen Käufer vermarktet.
Diese Käufer gibt es im Landkreis Ludwigsburg. Sie suchen aktiv nach unsanierten Objekten, weil sie mit ihrer Kompetenz und ihrem Kapital einen eigenen Aufschlag erzielen können. Das Ergebnis: Für den Verkäufer fällt der Preis niedriger aus als nach einer Sanierung – aber auch der Aufwand, das Risiko und der Zeitverlust sind null.
Hier ist Transparenz das Gebot der Stunde. Käufer, die auf solche Objekte spezialisiert sind, kennen den Aufwand – sie wollen keinen teilbereinigten Zustand sehen, sondern einen realen. Eine professionelle Bestandsdokumentation mit Fotos und schriftlichem Protokoll bekannter Schäden ist sinnvoller als eine Teilreinigung, die den Eindruck verfälscht und dennoch keine Wohnqualität schafft. Wer aufräumt, um zu verschleiern, tut sich keinen Gefallen.
Nach mehrjährigem Leerstand können Frostschäden, Schimmel und technische Defekte entstanden sein, die erst bei der Besichtigung sichtbar werden. Hier empfiehlt sich vor der Vermarktung eine professionelle Bestandsaufnahme durch einen Sachverständigen – die Bewertungsgrundlagen der ImmoWertV liefern dafür den methodischen Rahmen. Das schafft Klarheit über den tatsächlichen Zustand und gibt dem Verkäufer Verhandlungssicherheit, statt mitten in der Transaktion von Überraschungen kalt erwischt zu werden.
Garagen, Gewerbeeinheiten, landwirtschaftliche Flächen oder Objekte mit unklarem Nutzungsrecht brauchen eine andere Vermarktungsstrategie als Wohnimmobilien. Die Bewertungsgrundlage folgt nicht dem Vergleichswertverfahren, sondern dem Ertragswertverfahren (ImmoWertV). Eine Fehlvermarktung als „Wohnimmobilie mit Umnutzungspotenzial" verlängert die Vermarktungszeit und kostet am Ende Erlös – weil die falsche Zielgruppe angesprochen wird und die richtige das Objekt gar nicht findet.
Es gibt keine universell richtige Antwort – aber eine sinnvolle Reihenfolge der Fragen:
immozeit ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit Sitz in Kornwestheim und arbeitet im gesamten Landkreis Ludwigsburg. Bei schwierigen Objekten arbeiten wir nicht mit Standard-Exposés, sondern mit einem Verwertungskonzept: Welche Käufergruppe passt zu diesem Objekt? Welcher Zustand ist vor dem Verkauf sinnvoll herzustellen – und welcher nicht? Zu welchem Preis lässt sich das Objekt ohne monatelange Hängepartie in der Vermarktung absetzen?
Das sind keine rhetorischen Fragen. Es sind die drei Fragen, die über den Nettoerlös entscheiden – und die sich nur beantworten lassen, wenn jemand das Objekt kennt, den lokalen Markt kennt und die Käufergruppen kennt, die im Landkreis Ludwigsburg tatsächlich aktiv suchen.
Wenn Sie ein Objekt haben, bei dem die Frage „sanieren, teilen oder so verkaufen?" noch offen ist, schildern Sie Ihre Situation im Kontaktformular auf dieser Seite. Das erste Gespräch ist ohne Gebühr. Weitere Beiträge zur Immobilienverwertung finden Sie in unserem Blog.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit Verwertung
Das Redaktionsteam von Immozeit Verwertung. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
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